Das Volk der Huzulen lebt in den Karpaten, entlang der ukrainisch- rumänischen Grenze. Sie waren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts im schwer zugänglichen Hochgebirge vom modernen Leben abgeschnitten und lebten nach eigenen Gebräuchen, von denen sie viele bis heute bewahrt haben.
Früher wohnten sie vor allem auf einzelnen Gehöften auf den Hügeln, heute auch in Dörfern und Städtchen entlang der Flüsse. Traditionell leben sie von der Holz- und Schafwirtschaft.

Viele Traditionen haben sie bis in die heutige Zeit bewahrt: Im Frühjahr, beim Fest zum Almauftrieb, sammelt der 80-jährige Oberhirte Michailo die Schafe der Dorfbewohner und zieht dann mit den anderen Hirten hinauf zu den Hochalmen.

Nicht nur Almen, auch riesige Wälder strecken sich entlang der Berge. Ein Forstarbeiter erzählt vom Leben im Wald, in dem neben Tieren auch magische Wesen zu Hause sein sollen. Das Holz der Wälder nutzen die Karpatenbewohner zum Bau ihrer Häuser, aber auch für den ihrer traditionellen Instrumente: Der Instrumentenbauer Wassil baut Hörner und Trembitas, die langen huzulischen Alphörner.

Die Instrumente dienten früher der Kommunikation von Alm zu Alm, diese Funktion übernehmen heute Mobiltelefone, aber die Trembitas haben sich als fester Bestandteil bei allen Festen erhalten: Beim Almauftrieb geben sie das Signal zum Start, in der Weihnachtszeit begleiten sie die Gruppen von Weihnachtssängern, die in traditioneller Tracht von Haus zu Haus ziehen, um die Weihnachtsbotschaft zu verkünden. Auch die Mitglieder der Punk-Folk-Band KoraLLi spielen Trembita - allerdings klingt sie bei ihnen ein bisschen anders.

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